Die Intonation ist der letzte und ausschlaggebende Arbeitsabschnitt einer Orgel.
Bei dieser wird jede einzelne Stimme ihrem Charakter, dem Umfang der Disposition und den akustischen Verhältnissen der Kirche entsprechend zum Klingen gebracht.
Unsere Vorbilder sind die alten Meister der Intonationskunst. Sie haben uns zwei Grundarten der Intonation hinterlassen.
- Barocke Intonation: Es wird angestrebt, die Pfeife frei und natürlich sprechen zu lassen. Um die Führung einzelner Stimmen klar darstellen zu können, ist die Ansprache bzw. Artikulation der Pfeife deutlich, lebendig und schnell. Man sucht den Punkt der größtmöglichen Resonanz. Jeder Ton behält sein Eigenleben, ohne die Charakteristik des Registers zu verlassen. Intonationshilfen wie Kernstiche oder Bärte werden nur in begrenztem Umfang eingesetzt, um die Ansprache zu verbessern und Nebengeräusche zu reduzieren. Dadurch bleibt der Obertonreichtum der Pfeife erhalten
- Romantische Intonation: Ziel ist es, der Pfeife einen statischen, kräftigen Ton zu geben, um homogene und nuanciert abgestufte Register zu erhalten, mit denen man große kompositorische Linien und Klangflächen darstellen kann. Intonationshilfen werden in erheblichem Umfang und sehr differenziert zur Tongestaltung eingesetzt. Dadurch ist die Ansprache der Pfeife nicht mehr so deutlich und artikuliert, ihr Obertonreichtum nimmt ab, und die Register wirken in sich sehr homogen.
Bei Überarbeitungen von Neubarocken Instrumenten stellt sich immer die Frage, ob die Klanggestaltung bestehen bleiben soll oder eine Neuintonation nach alten Intonationstechniken angelegt werden soll. Diese Instrumente haben eine sehr spitze Klangpyramide mit wenig Baßfudament und ausgeprägten Schärfe. Die Stimmen klingen charakterlos, zum Teil auch hart und der gesamt Eindruck ist sehr dünn und kalt. Geschichtlich hat dieses keine Vorbilder und behindert das adäquate Spiel von großen Bereichen der Orgelliteratur.
Bei vielen Orgeln aus dieser Zeit haben wir eine Neuintonation angelegt. Das Ergebnis: Jede Pfeife bekommt ihren zugehörigen Charakter mit einer schnellen und klaren Ansprache. Insgesamt führt dieses zu einem vollen, wärmeren und prägnanten Klang.
Wir stellen alle Arten von Stimmungen zur Verfügung, von der Mitteltönigen über eine Vielzahl von unleichstufigen ( wohltemperierten ) Stimmungen bis hin zur gleichstufigen Temperierung.
